Was waren die Beweggründe für den RMV und die HLB für den Batteriezugbetrieb auf der Ländchesbahn?
V. Salzmann: Der Einsatz des Batteriezugs auf der Ländchesbahn dient in erster Linie dazu, eine noch relativ neue Antriebstechnik im realen Betrieb zu testen. Der RMV und die HLB möchten praktische Erfahrungen sowohl im täglichen Einsatz als auch in der Instandhaltung solcher Fahrzeuge sammeln. Neben den technischen und betrieblichen Erkenntnissen ist beiden Partnern besonders wichtig, wie diese Fahrzeuge von unseren Fahrgästen und Mitarbeitenden angenommen werden.
Die Ländchesbahn wurde bewusst als Teststrecke ausgewählt, da sich hier ein überschaubarer Abschnitt gut für einen solchen Pilotbetrieb eignet. Gleichzeitig bietet die Strecke eine große Vielfalt an Nutzenden: Dazu gehören Frühpendler, Büroangestellte, Schülerinnen und Schüler sowie Fahrgäste im Freizeitverkehr. So können die Fahrzeuge unter unterschiedlichen Rahmenbedingungen erprobt werden.
Welche Lücke schließt der Batteriezug im RMV‑Netz bzw. können Batteriezüge zukünftig im RMV-Netz schließen — und warum gerade auf der Ländchesbahn zwischen Wiesbaden Hbf und Niedernhausen als Pilot?
V. Salzmann: Die Erfahrungen, die wir auf der Ländchesbahn gemeinsam sammeln, sollen eine wichtige Entscheidungsgrundlage dafür sein, welche Antriebstechnologien die HLB und der RMV künftig bei neuen Ausschreibungen einsetzen. In Hessen gibt es mehrere Verkehrsnetze, in denen heute noch Fahrzeuge mit Dieselmotoren unterwegs sind. Diese eignen sich besonders gut für den Einsatz von Batteriezügen (BEMU).
Der Testbetrieb auf der Ländchesbahn hilft dabei, realistische Erkenntnisse zu gewinnen und damit eine verlässliche Entscheidungsgrundlage zu schaffen. Die gewonnenen Daten und Erfahrungen werden direkt in die Planungen, für die in den 2030er Jahren anstehenden Ausschreibungen einfließen und uns zeigen, wie wir Schritt für Schritt vom Dieselantrieb zu emissionsfreien Alternativen kommen.